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Eier und Senf aus dem Fenster

Ober-Roden – Die Coronakrise macht Bedürftigen das Leben noch schwerer, als es ohnehin ist. Familien mit schmalem Geldbeutel vermissen das Mittagessen in der Kita oder der Schulbetreuung. Ihnen tut’s gut, dass die Lebensmittelverteilstellen nach monatelanger Pause neu starten.

Durchs Fenster bedient werden die Kunden von „DRK – Lebensmittel & mehr“ in der Dockendorffstraße. Brigitte Buchheister und Helga Henn geben vorgepackte Tüten aus. Bei geringem Andrang erfüllen die Helferinnen auch Extrawünsche. Foto: Ziesecke

Nach dem ökumenisch geleiteten „Rödermärker Brotkorb“ in Urberach hat nun auch der Rot-Kreuz-Laden „Lebensmittel & mehr“ in Ober-Roden wieder an drei Tagen pro Woche geöffnet. Die ersten Kunden konnten am Freitagmittag mit ihrem Rödermark-Pass im DRK-Heim in der Dockendorffstraße sowohl haltbare als auch frische Lebensmittel einkaufen – wenn auch unter viel strengeren Regulierungen als vor der Coronazeit.

Am Dienstag bereits hatten zwei Mitarbeiterinnen 40 Tüten mit haltbaren Lebensmitteln vorbereitet. Fünf weitere Ehrenamtliche haben dann am Freitag den weiteren Dienst übernommen: zwei im Büro, wo sie Adressen notieren, die Berechtigungspässe kontrollieren, Nummern für die Abgabe ausgeben sowie drei zum Durchschauen und Vorbereiten der von Märkten frisch abgegebenen Waren.

Wobei „frisch“ an diesem ersten Ausgabetag relativ war. Die Geschäfte hatten nach der langen Pause große Mengen an Obst und Gemüse gespendet, doch vieles davon wie etwa große Mengen Spinat waren nur noch für die Biotonne gut. Da an diesem Termin nach der langen Coronapause zum Glück recht wenige Käufer kamen, gab’s keinen Engpass. Größere Mengen nicht abgeholter haltbaren Lebensmittel konnten noch wie hier üblich an das Friedenshaus des Vereins „Alle für Alle“ weitergegeben werden. „Wir hatten wir in allen Flüchtlinge-Wohnheimen und an sozialen Brennpunkten Plakate geklebt, nur derzeit sind die üblichen Begegnungsstätten ja geschlossen“, bedauert Ober-Rodens DRK-Vorsitzender Wolfgang Müller die geringe Resonanz.

Jene Sozialpass-Inhaber, die in Ober-Roden, Waldacker und Messenhausen wohnen und in die Dockendorffstraße kamen, waren hochzufrieden. Zumal sie alle als kleine Überraschung für ihre Kinder die Anfang März übrig gebliebenen und haltbaren Schokoladennikoläuse und Adventskalender vom letzten Advent bekamen – wer hat das schon fünf Tage nach Pfingsten! Außerdem gab’s zehn Kisten Brot und Brötchen – in dieser Woche muss keiner der Käufer Hunger leiden.

Verkauft wurde auflagenbedingt durchs Fenster neben der Eingangstür. Wer sich durch im Rundlaufverfahren bei den Bürodamen ausgewiesen, seine zwei Euro bezahlt, eine Nummer und im Bedarfsfall auch einen Mundschutz beschafft hatte, wurde der Reihe nach vorne aufgerufen und bekam vorgepackte Tüten je nach Menge der zu versorgenden Familienmitglieder. Die Kunden konnten dank des geringen Andrangs auch noch weitere Wünsche äußern – Eier etwa, die immer eher Mangelware sind; Senf oder Gewürze und manches mehr. Betreut wurde jeder freundlich wie immer – stets mit einem „Dann wünsche ich ein schönes Wochenende!“ als Verabschiedung. Die Freude der Kunden war spürbar; sicher wird es sich herumsprechen, dass „Lebensmittel & mehr“ wieder regelmäßig geöffnet hat.

Um weiter gute Arbeit zu leisten, sucht Wolfgang Müller mit seinem Team dringend neue Helfer fürs Sortieren. Gebraucht werden sie von Montag bis Samstag zwischen 9:30 und 1:.30 Uhr etwa. Kontakt über DRK-Ortsverein Ober-Roden, Dockendorffstraße 5, z 06074 96468, oder über Wolfgang Müller,  06074 2116004.

Gestern machte pünktlich um 9:30 Uhr endlich auch wieder die zweite örtliche DRK-Hilfeeinrichtung auf, die jedoch für jeden Bürger zugänglich ist und mit günstigen Preisen lockt: der Kleiderladen in der Frankfurter Straße. Zwar werden auch hier größere Einschränkungen den Verkauf verändern. So dürfen etwa maximal fünf Kunden gleichzeitig im Laden sein. Sind die bereitgestellten Körbe im Umlauf, muss der Nächste erst mal draußen bleiben. Doch darauf warteten viele Rödermärker schon sehnlich – sie hatten immer wieder bei den Mitarbeitern nach der Wiedereröffnung gefragt. chz

11. Juni 2020 22:06 Uhr. Alter: 163 Tage